Strom war noch nie so billig

Meldung der iwr:

Weiteres Rekordtief: Strompreis für 2017 fällt erstmals unter 4-Cent-Marke

Münster – Die Preise an der Strombörse fallen trotz des Atomausstiegs immer weiter. Gestern wurde am Terminmarkt eine weitere Preisgrenze nach unten durchbrochen. Stromhändler und Großabnehmer, die schon heute Grundlaststrom für das gesamte Jahr 2017 einkaufen, bezahlten gestern (29.04.2013) nur noch 3,995 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Das ist ein neuer Preis-Tiefststand für die Stromlieferung im Jahr 2017. Großabnehmer und die Industrie zahlen für Grundlaststrom zur Lieferung für das Jahr 2017 derzeit genauso viel wie sie für den Strom im Jahr 2005 bezahlt haben.

Strompreise für Jahreslieferung 2015 und 2016 schon seit Anfang April unter 4 Cent
Erst am 10. April 2013 waren die Preise für die Lieferung von Grundlaststrom in den Jahren 2015 und 2016 erstmals unter die 4-Cent-Marke gerutscht. Mittlerweile werden die Stromkontrakte bereits zu Preisen unter 3,9 Cent pro kWh gehandelt.

Zu viel Strom in Deutschland – Ausbautempo der erneuerbaren Energien unterschätzt
Wurden nach dem Atomausstieg im Jahr 2011 noch eine große Stromlücke und drastisch steigende Strompreise befürchtet, so ist genau das Gegenteil eingetreten. Eine geringere Stromnachfrage und der steigende Anteil erneuerbarer Energien haben die vermeintliche Stromlücke durch den Ausfall von acht Atomkraftwerken bereits innerhalb von zwei Jahren kompensiert. Zeitgleich treffen im Jahr 2013 neue Kohle- und Gaskraftwerke mit einer Rekordleistung auf einen gesättigten Markt und drücken die Preise weiter. “Die Stromversorger haben das Ausbautempo der erneuerbaren Energien völlig unterschätzt und überschwemmen den Markt zusätzlich mit neuen konventionellen Kraftwerken”, sagte IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch. Die Folge ist ein Rekord- Exportüberschuss in Höhe von 23 Milliarden kWh im Jahr 2012, der in den nächsten Jahren noch weiter ansteigt. Selbst die Abschaltung der nächsten zwei Atomkraftwerke im Jahr 2015 (Grafenrheinfeld) und 2017 (Gundremmingen B) sind schon eingepreist.

Hintergrund
Am Terminmarkt der Strombörse werden längerfristige Stromeinkäufe getätigt. Stromhändler und Großabnehmer können schon heute Strom zur Lieferung für die nächsten Jahre einkaufen. Am Spotmarkt werden dagegen kurzfristige Stromkontingente gehandelt (selbigerTag oder für den nächsten Tag).

Diese Entwicklung zeigt zweierlei.

  1. Wir könnten problemlos die verbleibenden Atomkraftwerke unmittelbar abschalten, ohne die Gefahr einer Stromlücke.
  2. Wir müssen dringend dafür sorgen, dass die günstigen Strompreise auch für den Verbraucher spürbar werden!

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27 Jahre Tschernobyl – die Folgen heute

Heute vor 27 Jahren explodierte der Reaktor in Tschernobyl. 3 Tage später kommt bei uns dann in den Nachrichten, dass es zu einem GAU gekommen sei. Im russischen Fernsehen berichtet man zu diesem Zeitpunkt, dass man die Radioaktivität noch messen würde.

Der deutsche Innenminister (Dr. jur. Zimmermann, CSU, zuvor NSDAP, dessen Ministerium auch die Fälschung des Gorleben-Gutachtens mit veranlasst hat) schließt sofort jede Gefahr für die Bundesrepublik aus. Weder sei die Bundesrepublik betroffen, noch könne so etwas in der Bundesrepublik passieren. Die DDR spart er in den Kommentaren aus.

Wie unvorbereitet das Ereignis Deutschland traf,  sieht man auch an den Empfehlungen und Handlungen. Die im Video genannten Meldungen sind zum teil Hahnebüchen. So gab am 1. Mai, 5 Tage nach der Explosion, die IAEA bekannt, dass der Reaktor zum Stillstand gebracht worden sei. Wie man einen Reaktor, der im Prinzip einfach nicht mehr da ist, zum Stillstand bringen will, bleibt ungeklärt. Ab Mitte Mai haben bis zu 800.000 Liquidatoren daran gearbeitet, die Situation unter Kontrolle zu bekommen. Einen Aufwand, den man in Deutschland kaum umsetzen kann.

Nachdem Deutschland doch durch die radioaktive Wolke betroffen war, wurde Landwirten geraten, die Ernte unmittelbar unterzupflügen. Einige taten das. Kurz darauf kam man zu dem Schluss, dass unterpflügen keine gute Idee ist, da dabei die Radioaktivität erst recht in den Boden eingelagert wird. Auch Fukushima zeigt, dass man bis heute nicht auf ein solches Ereignis vorbereitet ist.

Noch heute sind vor allem Gebiete in Süddeutschland durch Tschernobyl kontaminiert. Wildschweine im Bayrischen Wald haben eine Radioaktivität, die etwa 10-fach über dem Grenzwert liegt. Lebensmittel sollte man dort keine gewinnen. Jährlich werden etwa 500.000 Euro an Ausgleichszahlungen für ungenießbare Lebensmittel geleistet. Die Folgen für die Gesundheit sind bis heute umstritten. Sie werden vor allem von der Atomindustrie und Kernkraft-Befürwortern als eher gering und vertretbar angegeben.

Gesundheitliche Folgen

Im Folgenden zunächst Auszüge der Wikipedia, dann Daten aus einer Studie der Ärzte-Organisation IPPNW.

Auszüge der Wikipedia

Gesundheitliche Folgen

Laut WHO und IAEA (2006) starben knapp 50 Menschen an der Strahlenkrankheit. In den drei am stärksten betroffenen Ländern sei aufgrund der erhöhten Strahlenexposition mit etwa 9000 zusätzlichen tödlichen Krebs- und Leukämieerkrankungen zu rechnen.[21] Für Gesamteuropa schätzte Elisabeth Cardis 2006 ab, dass bis 2065 mit etwa 16.000 Schildrüsenkrebserkrankungen und 25.000 sonstigen zusätzlichen Krebserkrankungen zu rechnen ist.[22]

Die am besten dokumentierten Gesundheitsfolge war ein signifikanter Anstieg der Schilddrüsenkrebserkrankungen nach dem Unfall um etwa 1800. Laut UNSCEAR ist dies der größte Anstieg von Erkrankungen an einer einzelnen Krebsart, der durch ein einzelnes Ereignis ausgelöst wurde. Die zweite umfassend untersuchte Erkrankung ist Leukämie, insbesondere unter Kindern und Aufräumarbeitern. Manche Studien fanden eine erhöhte Rate, andere nicht. Viele Wissenschaftler sind der Ansicht, dass es noch zu früh sei, definitive Schlussfolgerungen zur Zahl der Leukämiefälle zu ziehen.[23]

Bezüglich der Zahl der Todesfälle gab es eine bis heute andauernde erbitterte Debatte. Dies ist zum Teil auf die methodologischen Schwierigkeiten zurückzuführen, niedrige Strahlendosen mit statistischen Gesundheitseffekten in Verbindung zu bringen. Zudem wird der unfallbedingte Anstieg der Krebsfälle von einer viel größeren Zahl von Krebsfällen überlagert, die auch ohne den Unfall aufgetreten wären. Nicht zuletzt spielen politische Motivationen bei diesen Schätzungen eine Rolle.[23] In Publikationen von atomenergiekritischen Verbänden und Umweltorganisationen finden sich hundertfach höhere Zahlen von Erkrankungen und Todesfällen[24]

Angesichts der anhaltenden Kontroverse riefen IAEA und andere internationale Organisationen das Tschernobyl-Forum zusammen, um einen autoritativen Konsens zu formulieren. Im September 2005 kam das Forum zu dem Schluss, dass die Gesamtzahl der auf den Unfall zurückzuführenden Todesopfer bei etwa 4000 liege. Die Rezeption dieses Reports war jedoch keineswegs einheitlich zustimmend. Das Hauptproblem war, dass sich der Bericht auf die am schwersten betroffenen Gebiete Weißrusslands, der Ukraine und Russlands beschränkte und damit die größere Gesamtbevölkerung dieser sowie weiterer Länder ignorierte.[23]

Neben Krebs sind wohl die sozialen und psychologischen Traumata die größten Probleme für die Bevölkerung in den Gebieten um Tschernobyl.[23] Einige Wissenschaftler halten diese psychologischen Folgen für das größte Gesundheitsproblem infolge des Unfalls.

Studie der Ärzte gegen den Atomkrieg

In einer aktualisierten Studie aus dem Jahre 2011 nennen die Ärzte gegen den Atomkrieg (IPPNW) folgende Opferzahlen:

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FreitagsFilm: Die Wolke – Tschernobyl und die Folgen

Die Wolke – Tschernobyl und die Folgen, Dokumentarfilm, mdr 2010 Erstausstrahlung: 12. März, 2011, nominiert für den Grimme Preis 2012

Der Reaktorunfall von Tschernobyl, die erste globale Industriekatastrophe. Interviews mit Zeitzeugen und Archivmaterial aus Ost und West rekonstruieren den Verlauf des Supergaus und die Reaktion darauf.

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Kommt das Aus für AKW über den Versicherungsschutz?

Der oberösterreichische Umweltlandesrat Rudi Anschober:

Eine atomare Katastrophe wie im japanischen Fukushima würde in Europa Staaten in den Ruin reißen: Auf bis zu 420 Milliarden Euro werden die Schäden dieses Unfalls geschätzt. Unsere Atomkraftwerke sind für den Pannenfall nur minimal versichert. Den Großteil der Schäden aus einem Atomunfall müssten daher die Staaten und damit die Steuerzahler übernehmen.

Alle anderen Kraftwerke müssen für etwaige Schäden vollständig aufkommen. Der Landesrat sieht darin eine deutliche Wettbewerbsverzerrung und hat eine entsprechende Beschwerde bei EU-Energiekommissar Günther Oettinger eingereicht, der umgehend reagierte:

Die Kommission beabsichtigt, noch in der zweiten Jahreshälfte 2013 eine Initiative vorzulegen. Diese betrifft einen legislativen Vorschlag bezüglich Haftung und Versicherung von Schäden, die durch Unfälle in Nuklearanlagen verursacht werden.

Sollte dies tatsächlich dazu führen, dass Kernkraftwerke vollständig gegen Schäden über eine Haftpflichtversicherung versichert werden müssen, würde dies für die ohnehin bereits unwirtschaftliche Technologie das finanzielle Aus bedeuten. Schätzungen über Versicherungsprämien für Kernkraftwerke, die alle Schäden abdecken würde, bewegen sich im Rahmen zwischen 5 Euro und 30 Euro pro Kilowattstunde (kWh), wenn man die Kosten auf den Strompreis umlegt. Derzeit ist aufgrund des starken Überangebots an Kraftwerken eine Kilowattstunde bereits für 4 ct an der Strombörse zu haben.

Der Schaden könnte auch noch höher als die vom österreichischen Umweltlandesrat angegebenen 420 Milliarden Euro sein. In Deutschland hat man einen Schaden von bis zu 7,5 Billionen Euro errechnet, wenn man den Schaden für Wirtschaft und Gesundheit mit berücksichtigt hat.

Atomkatastrophe. Versicherungen kommen für den Schaden nicht auf. Der Bürger und die Betroffnen bleiben auf dem Schaden sitzen.

Atomkatastrophe. Versicherungen kommen für den Schaden nicht auf. Der Bürger und die Betroffenen bleiben auf dem Schaden sitzen.

Trivia

Kernkraftwerke in Japan sind über eine Haftpflichtversicherung mit einer Deckungssumme von 1 Mrd. € abgesichert. Diese greift jedoch nicht bei Erdbeben.

Für den glimpflichen Verlauf der Krise in Japan (aufgrund der Westwinde sind Landmassen, bewohntes Gebiet und Wasserversorgung verhältnismäßig nur sehr gering betroffen) geben Schätzungen eine Schadenssumme von bis zu 100 Mrd. € an.

Gegenüber der Bankenrettung oder Steuerflüchtlingen sind das zwar nahezu “Peanuts”, aber der Schaden ist für die Menschen deutlich greifbarer. Land und Städte, die man nicht mehr betreten kann, Nahrung, die man nicht mehr essen kann, sind ein anhaltendes Mahnmal.

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Stresstest für Endlager Asse und Konrad

Zeichen des einstürzenden Grubengebäudes des Atommülllagers in der Asse. Foto: Jürgen Stemke

Risse und Einbrüche, Zeichen des einstürzenden Grubengebäudes des Atommülllagers in der Asse. Foto: Jürgen Stemke

Von Christian Kerl, Asse-Info:

BERLIN. Zwei Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima unterzieht die Bundesregierung jetzt doch auch die Atomendlager Asse, Schacht Konrad und Morsleben einem Stresstest. Dabei wird geprüft, wie gut die Endlager für radioaktive Abfälle zum Beispiel gegen Erdbeben oder Flugzeugabstürze geschützt sind – über die bisherigen Anforderungen hinaus.

Das wurde gestern im Bundesumweltministerium bekannt. Nach Angaben aus Regierungskreisen wird zudem auch das Strahlentechnik-Unternehmen Eckert und Ziegler in Braunschweig in die Untersuchung einbezogen. Die Stresstests führt die Entsorgungskommission des Ministeriums durch. Sie hat jetzt eine Überprüfung von Atommüll-Zwischenlagern abgeschlossen. Fazit: Die Anlagen erreichen in fast allen Fällen das höchste Stresslevel, sind robust genug.

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Bauzeit und Baukosten für AKW mit AP1000 steigen

Vor 13 Monaten hatte die amerikanische Atomaufsicht gegen die Empfehlung ihres damaligen Chefs den ersten Neubau eines Kernkraftwerks seit dem Unglück im Kernkraftwerk Three Mile Island genehmigt. Finanziert wird das Kraftwerk vom Typ AP1000 (wir berichteten zur Sicherheit) über eine Atom-Abgabe sowie durch eine staatliche Bürgschaft von 8,33 Mrd. US $ von US-Präsident Obama.

Bauplatz am AKW Vogtle, USA, Oktober 2011, Foto: Charles C Watson Jr

Bauplatz am AKW Vogtle, USA, Oktober 2011, Foto: Charles C Watson Jr

Schon im Mai 2012 stiegen die Kosten um eine Milliarde Dollar. Jetzt steigen die Baukosten erneut um etwa eine halbe Milliarde US $. Die Bauzeit erhöht sich um nahezu zwei Jahre (19 Monate). Die Projektpartner hoffen jedoch immer noch, dass sich die Endkosten für beide Reaktoren im Bereich von 14 Mrd. US$ bewegen. Durch Sparen an anderer Stelle wollen die Projektleiter die Mehrkosten bereits gedrückt haben. Die Bauarbeiten sollen jetzt Ende 2018 abgeschlossen werden. Insgesamt steigen mit dem Verzug und der Kostensteigerung die Finanzierungskosten deutlich. Viele Unternehmen halten aus diesen Gründen Kernenergie für unwirtschaftlich.

Für die Kosten des Projekts kommen aufgrund einer gesetzlichen Regelung die Stromkunden auf. Sie bezahlen eine Atomabgabe, die “nuclear fee”, auf ihre Stromrechnung. Diese Abgabe hat sich mit den steigenden Kosten seit 2011 inzwischen nahezu verdoppelt und ist nicht unumstritten.

Die nächsten Mehrkosten in der Größenordnung einer weiteren halben Milliarde US-Doller liegen derzeit bereits in der Luft. Durch die Verzögerung kommt es zu Rechtsstreitigkeiten zwischen den beteiligten Unternehmen um einem entsprechenden Streitwert. Diese Streitigkeiten lassen auf einen enormen Preisdruck und Ungereimtheiten bei den Aufgaben und der Verantwortung auf der Baustelle schließen. Gerade beim Bau von Kernkraftwerken sollten auf der Baustelle jedoch nicht Streitigkeiten, sondern die Sicherheit der Anlage im Fokus liegen.

Darüber, dass namhafte Wissenschaftler innerhalb und außerhalb der US Atomaufsicht diesen Reaktortyp für nicht sicher halten, haben wir bereits ausführlich berichtet. Der Chef der US-Atombehörde ist von seinem Posten zurück getreten, nachdem seine Behörde wiederholt Atommeiler dieses Typs gegen seine Expertise genehmigt hat.

Trivia

Die neuen Reaktoren sollen etwa 2 x 1117 MW (elektrisch) liefern. Kernkraftwerke haben umgelegt jährlich etwa 72% Vollaststunden, begründet durch Stillstand zur Wartung, zum Füllen des Reaktors und aufgrund von Betriebsstörungen. Damit kann man mit einer durchschnittlichen abgegebenen Leistung von 1675 MW für diese zwei neuen Reaktoren kalkulieren.

Um diese Energieausbeute mit Windkraftanlagen zu erhalten bräuchte man einen Windpark (auf Land) mit einer Nennleistung von 6700 MW (konservativ gerechnet, bei einer Ausbeute an Vollaststunden von 25%). Dazu benötigt man je nach Anlagentyp zwischen 880 und 2200 Windräder. Diese Anlagen bekommt man heute für unter 6 Mrd. Euro planungssicher aus der Serienfertigung (im Vergleich zu 14 Mrd. € für die AKW). Desweiteren fallen bei Windkraftanlagen keine Kosten für Brennstoff so wie dessen Gewinnung Aufbereitung, Lagerung, Schutz und Entsorgung an. Dafür muss durch Maßnahmen im Netz Vorsorge für wetterbedingte Lastschwankungen getroffen werden. Ab einem EE-Anteil von etwa 40% werden vermehrt Speichertechnologien notwendig.

Windkraftanlagen können günstig gegen alle Schäden, die durch sie verursacht werden können versichern. Nuklearkatastrophen dagegen sind von allen privaten Versicherungen ausgeschlossen – so auch von der Krankenversicherung. Kein Kernkraftwerk ist per Versicherungspolice für alle Schäden haftpflichtversichert. In Deutschland müssen alle Kraftwerke vollständig haftpflichtversichert sein – außer Kernkraftwerke. Schätzungen zufolge würde die Versicherung für Atomkraftwerke den Strompreis zwischen fünf Euro und 30 Euro pro kWh erhöhen. Das ist ein deutliches Indiz für das Risiko dieser Anlagen.

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Aktuelles zum Asse-Gesetz

Heute tagte der Umweltausschuss des Bundestages zur Lex Asse. Dazu Andreas Riekeberg vom Asse II – Koordinationskreis:

in der heutigen Umweltausschuss-Sitzung des Bundestages zur Lex Asse wurde der Änderungsantrag 698 angenommen, die Anträge 699 bis 704 hingegen abgelehnt.
(hier die Antäge)

Zwei Forderungen des A2K konnten also durchgebracht werden, insbesondere die Streichung des “vorzugsweise” und die zusätzliche Einfügung von Transparenz bezüglich der Verwaltungsvorschriften zur Asse.

Zwei wichtige Forderungen haben leider keine Mehrheit im Ausschuss gefunden, so etwa die Verfahrensförderungspflicht und die explizite Bestimmung der Rückholung des Atommülls als Ziel des Handelns, nicht nur Weg zum Ziel der Schließung der Asse.

Zweischneidig ist das Ergebnis bezüglich der Frage, ob die Rückholung des Atommüll eine Tätigkeitsart im Umgang mit radioaktivem Material ist. Zwar wurde aus dem Gesetz selber die Vorschrift zur Rechtfertigungsnotwendigkeit entfernt, indem in Absatz 2, Satz 5 nur noch auf §5 der Strahlenschutzverordnung Bezug genommen wird und nicht auf “Teil 2, Kapitel 1″ (das die §§ 4-6 umfasst). Allerdings wurde aus der Gesetzesbegründung ein zwischenzeitlich eingefügter Satz wieder entfernt, der klargestellt hätte, dass Rückholung keine neue Tätigkeit mit Rechtfertigungsnotwendigkeit ist. Dadurch wird – nach gegenwärtigem Stand des Gesetzes und seiner Begründung – der diesbezügliche Erlass des BMU nicht in Frage gestellt.

Zwei weitere Forderungen zur Begrifflichkeit in der Gesetzesbegründung wurden nicht diskutiert.

Das dürfte eine Vorentscheidung für die morgige Plenarsitzung gewesen sein, wo der TOP Asse um 15.55 Uhr im aufgerufen werden soll, mit einer geplanten Dauer von 45 Minuten.

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FreitagsFilm: Gas-Fieber durch Fracking


Dokumentation: Gas-Fieber, arte, 29.1.2013

Ein Dorf in Polen wehrt sich erfolgreich gegen Fracking durch die Firma Chevron Corporation. Bilder aus den USA verdeultichen die Gefahren.

Die Unternehmen hatten noch nicht einmal gebohrt und schon waren erste Brunnen vergiftet, aufgrund der Explorationsuntersuchungen. Die Unternehmen halten sich nicht an Vorschriften und Verträge. Sie belügen die Menschen auf Informationsveranstaltungen. Die Gegner werden gefilmt und bespitzelt. Die eigenen Mitarbeitern werden nicht über die Gefahren informiert, nicht geschützt. Selbst Kinder werden bewusst gefährdet. Die Politik will nicht vor der Kamera sprechen.

Überall wird offenbar, wie verantwortungslos und rücksichtslos  die Unternehmen gegenüber den Menschen vor Ort, wie auch gegenüber den eigenen Mitarbeitern handeln. Nicht nur verseuchtes Wasser gefährdet die Menschen.

Die Bundesregierung will noch vor der Wahl Fracking auch gegen den Willen der Länder und der Menschen vor Ort erlauben. Wir müssen handeln!

Trivia

Chevron (Texaco) ist auch der Konzern, der die Großserienproduktion von serienreifen Elektrofahrzeugen ab dem Jahr 2000 erfolgreich verhindert hat, indem die Patente für die Batterien blockiert wurden.

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Strompreisexplosion – Wie Energielobby und Bundesregierung die Energiewende abschaffen

In dieser Präsentation werden die verschiedenen Maßnahmen, durch die die EEG-Umlage in den Jahren 2009 – 2012 durch die schwarz-gelbe Bundesregierung gezielt aufgebläht wurde, sowie die Widersprüchlichkeit der vollmundigen Erklärungen zur Energiewende zu den tatsächlichen Taten aufgezeigt.

Wir fordern, die Energiewende zu beschleunigen und die Kostenträger zu entlasten. Damit lässt sich eine Preisexplosion der Strompreise verhindern.

Ebenfalls werden die angewandten Kommunikationsmethoden (“agenda setting”) untersucht, die dazu führen, dass bestimmte Schlagzeilen in den Medien stehen und andere nicht.

Nicht die EEG-Umlage ist der Sündenbock, sondern die Bundesregierung, die absichtlich die Umlage aufbläht um sie politisch zu diskreditieren und abzuschaffen. Denn der Erfolg des EEG geht den etablierten Stromversorger an die wirtschaftliche Substanz.

„Deshalb begrüßen wir die Einleitung des Beihilfeverfahrens durch die EU-Kommission. Das Beihilfeverfahren richtet sich nicht gegen die EEG-Umlage, sondern gegen die Ausnahme von der Umlage. Unsere Beschwerde entlastet im Erfolgsfall die Stromrechnung jeden Haushalts um rund 30 Euro im Jahr, den Mittelstand um wesentlich höhere Beträge.” betont Dr. Aribert Peters, Vorsitzender des Bund der Energieverbraucher e.V. in einer Pressemitteilung vom 05. Juni 2012

Der Bund der Energieverbraucher ergänzte dies in einer Pressemitteilung vom Dezember 2012

Unverschämte Strompreiserhöhungen

Viele Stromanbieter erhöhen zum Jahresanfang die Preise saftig. Der Bund der Energieverbraucher rät Verbrauchern, Erhöhungen über acht Prozent kritisch zu prüfen. Zwar hört sich eine Erhöhung von 13 Prozent moderat an. Auf einen Strompreis von 27 Cent je Kilowattstunde berechnet erhöht sich der Strompreis jedoch dadurch um 3,5 Cent je Kilowattstunde. Wer jährlich 4.000 Kilowattstunden verbraucht, muss dadurch 140 Euro jährlich mehr bezahlen.

Ist eine solche Erhöhung gerechtfertigt?

Die staatlich verordneten Mehrbelastungen der Strompreise summieren sich auf 3,3 Cent je Kilowattstunde: Die EEG-Umlage steigt zum Jahresanfang um 1,7 Cent, die Netzentgelte steigen um rund 0,5 Cent, die KWK-Umlage  um 0,17 Cent, die Industriebefreiungen von den Netzentgelten (§ 19 NetzeV) machen 0,2 Cent aus  und die Offshore-Haftungsregelung 0,25 Cent. In der Summe sind das 2,82 Cent Erhöhung worauf noch die Mehrwertsteuer erhoben wird.

Kostensenkungen nicht weitergegeben

Die Stromversorger kaufen den Strom günstiger ein – wegen der erneuerbaren Energien. Und die meisten Versorger haben diese Kostensenkung nicht weitergegeben sondern ihre Margen erhöht. Der Strom könnte also zwei Cent je Kilowattstunde günstiger sein, ohne dass die Versorger weniger verdienen als vor zwei Jahren. Das hat ein Gutachten von Gunnar Harms aufgedeckt.

Angemessene Erhöhungen

Verrechnet man die Mehrkosten mit den Einsparungen, dann erscheint für die meisten Versorger eine Strompreiserhöhung von 1,8 Cent beziehungsweise sechs bis acht Prozent angemessen. Dabei wurde bei den Kostensenkungen bereits ein Sicherheitsfaktor von rund einem Cent berücksichtigt. Die meisten Versorger verordnen ihren Kunden höhere Preisaufschläge. Im konkreten Einzelfall können die Verhältnisse anders liegen, wurden möglicherweise die Einkaufspreissenkungen bereits in der Vergangenheit gutgeschrieben.

Die Energiekonzerne profitieren gleich mehrfach.

Wir fordern, dass die Energiewende noch beschleunigt wird und die Energiegewinnung in Bürgerhand überführt wird, losgelöst von den bisherigen monopolartigen Strukturen.

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Neuer Anti-Atom-Piraten-Flyer

Es gibt neue Flyer! Unser Unterstützer Landesverband Niedersachsen hat neue AntiAtomPiraten-Flyer gedruck. Die dargestellten Positionen sind unter Mitwirkung der AntiAtomPiraten erarbeitet worden. Wir haben am Donnerstag gleich ca. 2000 Stück der Flyer in Hannover verteilt. Hier zum Runterladen und selber angucken:

Bild Umschlagseite: CC-BY-ND - Kina Meyer / PubliXviewinG

Bild Umschlagseite: CC-BY-ND – Kina Meyer / PubliXviewinG

 

AntiAtomPiraten stapeln Fässer in Hannover, 17. Januar 2013

AntiAtomPiraten stapeln Fässer in Hannover, 17. Januar 2013

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Keine Angst vor der Energiewende

Energiewende, Bilder: CC SA: Kohlekraftwerk:Volker Polednik, Erneuerbar: Florian Gerlach, Bearbeitung: Jürgen Stemke

Was bedeutet die Energiewende?
Was läuft gut, was läuft nicht so gut?

Mitschnitt des öffentlichen Vortrags
Referent: Dr. Michael Berndt
3. Januar 2013, Wolfsburg

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